Montag, 28. September 2015

Chris Carter - Der Totschläger

"Ein einzelner Schuss in den Hinterkopf wie bei einer Exekution."


Verlag: Ullstein - Seiten: 462 - ISBN: 3548285767 - Veröffentlichung: 16. Juni 2014 - Originaltitel: One by One - 5. Teil der "Hunter-Garcia"-Reihe

Klappentext

Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Spiel mit mir, sagt die anonyme Stimme. Doch Mord ist für Hunter kein Spaß - Zug um Zug wird er zum echten Spielverderber...

Meine Meinung

Also, ich muss wirklich ein großes Lob aussprechen. Ich finde es super, dass der Ullstein Verlag so kurze Klappentexte verwedendet. Das ist auf jeden Fall sinnvoller, als das ganze Buch auf der Rückseite niederzuschreiben.
Aber der Klappentext an sich... naja. Egal. 

Sonntag, 27. September 2015

CrimeCologne 2015

mit Declan Burke und Sam Millar

Nachdem ich 2014 ja schon im Rahmen der CrimeCologne das Vergnügen hatte bei einer Lesung von einem meiner absoluten Lieblingsautoren Don Winslow dabei sein zu dürfen und anschließend noch ein bisschen mit ihm zu plaudern, habe ich es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen, zum Doppelfeature "Irischer Abend" mit Declan Burke und Sam Millar im Stadtgarten in Köln zu radeln. Ist ja quasi um die Ecke. 
Nochmal hätte ich es mir wahrscheinlich auch nicht verziehen, wieder so bemerkenswerte Gäste zu verpassen. Wir erinnern uns: Anfang des Jahres habe ich es einfach völlig verplant zur Lesung von Adrian McKinty im Rahmen der lit.Cologne zu gehen. My bad.

Den Anfang des "irischen Abends" machte Declan Burke, dessen Buch "Absolute Zero Cool, letztes Jahr in Deutschland erschien. Es handelt sich hierbei um sein viertes Buch, aber es ist das erste, was ins Deutsche übersetzt wurde. 2016 folgt sein Buch "The big O". 
Das Buch wurde von der Presse gefeiert, ich habe es bisher leider nicht gelesen. Noch nicht gelesen. Denn was ich hier zu hören bekam, hat mich sehr von dem Werk überzeugt. Die Kritiken, die ich bisher gelesen habe, haben mir zumindest nicht zu viel versprochen. Burke hat dazu noch einige interessante Facts geliefert, die ihr später in meiner Rezension nachlesen könnt ;-)
Darüber hinaus ist Declan Burke ein äußerst sympathischer und authentischer Typ. Zu Beginn der Lesung war er offensichtlich ziemlich angespannt und nervös, er spielte die ganze Zeit mit seinen Händen. Aber diese anfängliche Nervösität legte sich sehr schnell und so plauderte er auch offen über seine literarischen Anfänge und darüber, wie er überhaupt zum Schreiben kam.
Der Film "The Big Sleep" aus dem Jahr 1946 hat ihn umgehauen, aber das Buch von Raymond Chandler, 1939, hat ihm ein Gefühl gegeben, "nach Hause zu kommen" und gefunden zu haben, was er in Zukunft machen möchte. Zum Glück handelte es sich hierbei nicht um eine romantische Komödie, denn besonders die Sprache Chandlers hatte es ihm angetan und er wollte einfach genau das machen, was Chandler getan hat - und seien es Liebesschnulzen oder Bücher über Vampire.
Auch in unserem Gespräch nach der Lesung hat sich dieser sympathische Eindruck bestätigt und er war total locker und freundlich. 
Perfekt deutsch vorgetragen wurden Ausschnitte aus dem Buch von Robert Brack. Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können. Und dann auch noch von so einem renommierten Autor.

Sam Millar, Jahrgang 1955, klein und hängende Mundwinkel, ist jemand, dem ich nicht im Dunkeln begegnen wollen würde. Vielleicht im Laufe der Nacht in einem dunklen Pub, aber jedenfalls nicht in einer dunklen Gasse.
Er strahlt etwas aus, das ich kaum in Worte fassen kann. Eine natürliche Härte und Griesgrämigkeit. Aber wer will ihm das bei seinem Leben, über das er in seiner bereits 2010 erschienen Biografie "On the Brinks" berichtet, auch verdenken. Aber er bereut nichts. Seine drei Jahre im nordirischen Gefängnis als Teenager betrachtet er rückblickend als eine Art Segen, denn dort begann er zu lesen und zu schreiben. Und auch dank einer Erscheinung von Hunter S. Thompson inmitten einer Tränengaswolke. Der harte belfaster Akzent, es war zunächst wirklich schwer sein Genuschel zu verstehen, passt perfekt ins Bild.
Aber wenn man dann genauer hinsieht und hinhört, dann findet man feinen, ironischen und schwarzen Humor in fast jeder seiner Sätze und wenn Sam Millar schmunzelt oder gar grinst, dann verschwindet auch die einschüchternde Aura.
Das packende Werk wurde sehr eindrucksvoll von Josef Tratnik vorgetragen. 



Alles in allem ein mehr als gelungener "irischer Abend", nächstes Jahr gerne wieder.

Mittwoch, 23. September 2015

Raquel J. Palacio - Wunder

"Ich weiß, dass ich kein normales zehnjähriges Kind bin."

 Verlag: dtv - 444 Seiten - ISBN: 3423625899 - Veröffentlichung: 1. Januar 2015 - Originaltitel: Wonder

Klappentext

August ist zehn Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester Via in New York. August ist schlagfertig, witzig und sensibel. Eigentlich könnte also alles ganz normal sein in seinem Leben. Doch eines trennt August von seinen Altersgenossen: Sein Gesicht ist entstellt, und unzählige Operationen hat er schon über sich ergehen lassen müssen. Das iist auch der Grund, warum er noch nie auf einer öffentlichen Schule war und bisher zu Hause unterrichtet wurde. Das neue Jahr aber soll alles ändern. August wird in die fünfte Klasse der Bezirksschule gehen, und natürlich hat er Angst. Doch August wäre nicht August, würde er nicht auch diese Herausforderung mit Bravour meistern!

Meine Meinung

Der Klappentext klingt in meinen Augen ein bisschen kitschig. Oder eher sentimental "..würde er nicht auch diese Herausforderung mit Bravour meistern!". "Wunder" ist auch sentimental. Aber das ist mir in diesem Fall völlig egal. Das Buch ist einfach zu gut, zu lesens- und liebenswert. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen und war ziemlich traurig, als ich es ausgelesen hatte.

"Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe. Was immer ihr euch vorstellt - es ist schlimmer."

Die ersten Seiten stellen bedrückend dar, wie isoliert August von seiner Außenwelt lebt. 
Die Art und Weise, wie er erzählt ist dabei ziemlich komödiantisch. Sehr trocken und unbekümmert, wie nur Kinder es können. Das zieht sich übrigens durch das ganze Buch. Aber es ist auch traurig. 
Er wird von seinen Eltern geschützt, aber ob sie ihm damit wirklich einen Gefallen tun, ist fragwürdig.
Was mir besonders gut an dem Buch gefällt, ist, dass es nicht nur aus Auggies Sicht geschrieben ist und erzählt wird, wie er die Welt sieht, sondern auch aus den Augen seines Umfelds. Wie sehen sie ihn?? Wie kommen sie mit ihm klar?? Hervorragend ist hier die Sicht aus den Augen seiner großen Schwester, die in ihrem ganzen Leben bzw. seit der Geburt ihres Bruders immer nur die zweite Geige gespielt hat. 

"Für mich ist Halloween der beste Feiertag der Welt. Er schlägt sogar Weihnachten. Ich kann mir ein Kostüm anziehen. Ich kann eine Maske tragen. Ich kann wie jedes andere Kind mit einer Maske rumlaufen, und niemand findet, dass ich komisch aussehe. Niemand schaut zweimal hin. Niemandem falle ich auf. Niemand kennt mich."

In dem Buch befinden sich einige sehr erinnernswerte Sätze, die der, wie immer, coole, weise, weltgewandte Englischlehrer seinen Schülern mit auf den Weg gibt. Beispiel gefällig?? "Nimm dir keine Freunde, die dir nicht ebenbürtig sind." (Konfuzius)
Und wie jedes Jugendbuch, zeigt es natürlich auf, was wahre Freundschaft (wert) ist und wie hinterlistig Mitmenschen sind. Das Alter der Protagonisten spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Wenn es Mittzwanziger wären, würden sie sich genauso verhalten. Ja, klischeehaft, aber auch hier gucke ich locker drüber hinweg. Das Buch macht zu viel Spaß und berührt zu sehr (wer hätte gedacht, dass ich sowas mal schreibe..).
"Wunder" hat mich irgendwie auch an den Film "Die Maske" (nicht mit Jim Carrey!!) erinnert. Den ersten Film, von dem ich laut meiner Mutter, nie genug kriegen konnte. 

Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, an was für einem Syndrom August leidet. Und als es endlich mal erwähnt wurde, war es mir egal. Ich habe nicht sofort gegoogelt. Es spielt keine Rolle, wie er aussieht.

Fazit

Absoluter Lesebefehl. Für Groß und Klein. 
Eins der schönsten und bewegendsten Bücher, das ich seit langem gelesen habe.




"Doctors have come from distant cities, just to see me, stand over my bed, disbelieving what they're seeing.
They say I must be one of the wonders, of God's own creation, and as far as they can see they can offer, no explanation."


Sonntag, 20. September 2015

#smoothiesunday & Bosch SilentMixx


Ich habe eine ganze Weile nach einem Standmixer oder wie man heute sagt "Blender", gesucht. Aber ich wollte nicht direkt unendlich viel Geld für ein Highend-Gerät wie den VitaMix oder eine komplette Küchenmaschine wie den Thermomix ausgeben.

Freitag, 18. September 2015

The Visit & Sinister 2

 The Visit & Sinister 2 


The Visit

USA 2015 - M. Night Shyamalan - Olivia DeLonge, Ed Oxenbould, Peter McRobbie, Deanna Dunagan, Kathryn Hahn 



Endlich mal wieder ein neuer Film von M. Night Shyamalan. Wobei, kann man hier wirklich von "endlich" sprechen?? "Endlich" klingt wenn man ehrlich ist, ja sehr danach, dass man etwas kaum erwarten kann. Aber Fakt ist: Nach dem überragenden Film "The Sixth Sense" kamen keine ähnlich starken Filme mehr nach. Ich habe mir zwar weiterhin alle Filme angeschaut, man will auch "das nächste große Ding" nicht verpassen, aber außer "Signs" konnte mich kein weiterer Film von ihm überzeugen. Alle Filme hatten zwar ihre starken Momente, meist zum Ende, aber überall war so ein fader Beigeschmack. Das ist wohl der Preis, wenn man mit seiner ersten großen Produktion so durch die Decke geht.

Samstag, 12. September 2015

John Katzenbach - Der Psychiater

"So viel hatte Moth begriffen: Sucht und Mord haben einiges gemein."


Verlag: Droemer Knaur - 573 Seiten - ISBN: 3426281104 - Veröffentlichung: 1. April 2015 - Originaltitel: The Dead Student

Klappentext

Timothy Warner, Spitzname "Moth", 24 Jahre alt, studiert Geschichte an der University of Miami - und hat ein massives Alkoholproblem. Seit hundert Tagen ist er nun clean, doch das hat er nur mit Hilfe seines Onkels Ed geschafft, eines prominenten Psychiaters. Als Ed tot in seiner Praxis aufgefunden wird, stürzt Moth ins Bodenlose. Doch eines ist ihm klar: Dies war kein Selbstmord, auch wenn die Polizei noch so sehr davon überzeugt ist. Die Jagd nach dem Mörder gibt Moth neuen Halt im Leben.

Meine Meinung

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie von einen Tag auf den anderen, es muss 2006 oder 2007 gewesen sein, jeder Bücherladen voll war mit Büchern von John Katzenbach.
Einprägsame Titeln wie "Der Patient", "Die Anstalt" oder "Das Opfer" haben sich in mein Gehirn gebrannt. Gelesen habe ich davon nur "Das Opfer", weil mir der Hype um John Katzenbach zu groß war. Diese Flut an Büchern war mir zu viel. Wobei ich gestehen muss, dass "Das Opfer" definitiv ein 5-Eselsohren-Buch ist. Spannend bis zum erschütterndem Schluss. Den Namen Michael O'Connell werde ich wohl nie vergessen. Aber das nur am Rande.

Dienstag, 8. September 2015

Max Bentow - Das Dornenkind

"Sabrina liebte diesen Sommer, sie schlenkerte mit den Armen und schritt noch schneller aus."

Verlag: Goldmann - 444 Seiten - ISBN: 3442204321 - Veröffentlichung: 24. August 2015 - 5. Teil der "Nils-Trojan-Reihe"

Klappentext

Der Berliner Kommissar Nils Trojan und sein Team stehen vor einem Rätsel, als man drei Todesopfer auffindet, denen eines gemeinsam ist: in ihre Haut wurden mysteriöse Botschaften tätowiert. Trojan gerät unter Druck, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Mord geschieht. Doch dann wird plötzlich sein schlimmster Alptraum wahr - denn er bekommt den Anruf einer jungen Frau, die behauptet, die Tochter des "Federmannes" zu sein, jenes infamen Serienmörders, der Trojan einige Jahre zuvor schwer verletzt entkommen war. Zu seinem Entsetzen schwört sie, dass ihr Vater noch am Leben ist und Trojan spürt, dass die Stunde der Vergeltung gekommen ist...

Meine Meinung

Nach den durchweg überzeugenden ersten Teilen um Kommissar Nils Trojan waren meine Erwartungen an den fünften Teil sehr hoch. Besonders, weil ein alter Bekannter sich zurückzumelden scheint, der "Federmann" aus dem ersten Teil. Der glatzköpfige Serienmörder, der es auf die blonden Haare seiner Opfer abgesehen hat. 

Sonntag, 6. September 2015

Marlen Suyapa Bodden - Der Himmel über Alabama


"Es ist Tag, aber der Pfad ist dunkel."

Verlag: blanvalet - 416 Seiten - ISBN: 3442383009 - Veröffentlichung: 21. Juli 2014 - Originaltitel: The Wedding Gift

Klappentext

An dieser Stelle, steht diesmal kein Klappentext. Er nimmt alles vorweg! Lest ihn auf gar keinen Fall, wenn ihr das Buch in euren Händen haltet. Was hat sich der Verlag hierbei gedacht? Mein persönlicher Klappentext für euch: Der historische Roman spielt 1852 in Alabama. Er erzählt die packende Geschichte von Sarah, einem Sklavenmädchen, deren größter Traum die Flucht von der Plantage der Familie Allen ist. Er erzählt aber auch die Geschichte der Ehefrau des grausamen Plantagenbesitzers.

Meine Meinung

"Der Himmel über Alabama" hat mich zunächst stark an Bücher / Filme wie "Die Farbe Lila" oder "12 Years a slave" erinnert. Aber auch wenn ihr diese oder andere Bücher / Filme über das Thema "Sklaverei" schon gelesen / gesehen habt,  lohnt es sich dieses Buch zu lesen!