Donnerstag, 31. Dezember 2015

 Pedal the World


Deutschland - 2015 - Felix Starck



18.000 Km. 365 Tage. 22 Länder. Mit dem Fahrrad. Klingt nach Freiheit. Riecht nach Abenteuer. Wir begleiten Felix Starck auf seiner unglaublichen Reise rund um die Welt. Es geht bergauf, es geht bergab - nicht nur auf der Straße, sondern auch emotional. 
Wer von sich selber sagt, dass er nicht gerne reist und ihm nichts daran liegt, die Welt zu erkunden, der kann "Pedal the World" gerne als Serum betrachten, denn wer nach diesen 80 Minuten kein Fernweh hat, wem nach diesen 80 Minuten nicht die Reiselust packt, der sollte dringend seine Prioritäten im Leben überdenken.


Montag, 28. Dezember 2015

Seamus Smyth - Spielarten der Rache

"Sie wollen Millionär werden?"

Verlag: pulp master - 266 Seiten - ISBN: 3927734616 - Veröffentlichung: 15. August 2015 - Originaltitel: Red Dock

Klappentext

Irland Ende der 50er. Eine Frau bringt Zwillinge zur Welt, doch Armut zwingt sie, die beiden Jungen in ein katholisches Waisenhaus zu geben. Ein Zwilling stirbt an den Folgen von Misshandlungen durch christliche Klosterbrüder, der andere, Red Dock, überlebt und taucht ab in die kriminelle Welt Dublins.
Red Docks machiavellistischer Feldzug beginnt mit der Entführung eines Babys. Es ist das Kind des Polizisten, der die Brüder einst ins Waisenhaus brachte. Der gekidnappten Lucille droht nun das gleiche grausame Schicksal. Doch Red Dock ist mit seiner heimtückischen Attacke gegen eine Welt, die ihn und seinen Bruder verstieß, noch längst nicht am Ende.

Meine Meinung

Vor ein paar Jahren ging es los: Erwachsene, die als Kinder in der Obhut der katholischen Kirche missbraucht wurden, gingen an die Öffentlichkeit und teilten der Welt mit, was für Martyrien sie durchleben mussten und was ihnen angetan wurde. Immer mehr der Missbrauchsopfer trauten sich infolgedessen an die Öffentlichkeit, immer mehr ekelhafte Details kamen ans Licht. Kaum auszumalen, was in Zukunft noch an abscheulichen Einzelheiten zutage gefördert wird.

Donnerstag, 24. Dezember 2015


Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und tolle Feiertage. Und noch mehr Geschenke ;-)





Mittwoch, 23. Dezember 2015

Michael Bond - Paddington

"Mr and Mrs Brown first met Paddington on a railway platform."


Verlag: Harper Collins - Seiten: 29 - ISBN: 9780007236336 - Veröffentlichung: 1998 - Originaltitel: Paddington

Klappentext

The classic story of the small bear from darkest Peru who stowed away on a ship headed for Englang. He arrived at Paddington Station with nothing but a suitcase, a half empty jar of marmalade and a label that read 'Please look after this bear.' Mr and Mrs Brown discovered him, named him Paddington and welcomed him into their home, where he has lived ever since.

Meine Meinung

Wer kennt ihn nicht?? Den freundlichen und liebenswürdigen Bären aus Peru, der noch mehr Brote mit Marmelade isst, als ich. 
Paddington war ein treuer Begleiter in meiner Kindheit und deshalb stelle ich ihn denjenigen, die ihn tatsächlich nicht kennen, hier nochmal vor. Ausgestattet mit rotem Hut, blauen Dufflecoat, Reisekoffer und selbstgemachter Marmelade kommt Paddington aus Peru nach London und lernt dort Familie Brown kennen, die sich dem kleinen Bären annehmen. Gemeinsam erleben sie allerhand abenteuerliche Geschichten, diese hier ist die erste.
Bei solchen Büchern geht mir das Herz auf, die Zeichnungen sind wunderbar, Flashback in meine Kindheit inklusive. 
Michael Bond hat mit "Paddington" einen Klassiker geschaffen, besonders in Großbritannien ist man ganz verrückt nach dem kleinen Bären.

Fazit

"Paddington" wird zweifellos eines der ersten Bücher, das ich meinen Kindern mal vorlesen werde. 




Sonntag, 20. Dezember 2015

Die besten Bücher, die ich 2015 gelesen habe


Das Jahr 2015 nähert sich dem Ende und somit beginnt die Zeit der Jahresrückblicke. So auch hier und vielleicht ist ja so kurz vor Weihnachten noch der ein oder andere Geschenketipp dabei. Zugegeben: dieses Jahr bin ich vielleicht etwas spät dran, aber wenn 4 Tage vor Weihnachten draußen fast mediterrane Temperaturen herrschen, die dazu einladen, ohne Schneeschüppe und Handschuhe Basketball zu spielen oder ohne Jacke zu grillen, dann sei mir verziehen.

Bitte beachtet, dass es sich nicht um Bücher handeln muss, die dieses Jahr veröffentlicht wurden, sondern um Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe.


 


Welches Buch sollte ich unbedingt nächstes Jahr lesen?? 
Abgesehen von "Gun Street Girl", dem vierten Teil mit Sean Duffy und den diversen Don Winslow Neuerscheinungen ;-)

Samstag, 19. Dezember 2015

Donna Tartt - Der Distelfink

"Noch während meines Aufenthalts in Amsterdam träumte ich zum ersten Mal seit Jahren von meiner Mutter."


Verlag: Goldmann - 1022 Seiten - ISBN: 3442473608 - Veröffentlichung: 10. März 2014 - Originaltitel: The Goldfinch

Klappentext

Es passiert, als Theo Decker dreizehn Jahre alt ist. An dem Tag, an dem er mit seiner Mutter ein New Yorker Museum besucht, verändert ein schreckliches Unglück sein Leben für immer. Er verliert sie unter tragischen Umständen und bleibt allein auf sich gestellt zurück, denn sein Vater hat ihn schon längst im Stich gelassen. Theo versinkt in tiefer Trauer, die ihn lange nicht mehr loslässt. Auch das Gemälde, das seit dem fatalen Ereignis verbotenerweise in seinem Besitz ist und ihn an seine Mutter erinnert, kann ihm keinen Trost spenden. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Jahr, das vergeht, kommt er immer weiter vom Weg ab und droht in kriminelle Kreise abzurutschen. Und das Gemälde, das ihn auf merkwürdige Weise fasziniert, scheint ihn geradezu in eine Welt der Lügen und falschen Entscheidungen zu ziehen, in einen Sog, der ihn unaufhaltsam mit sich reißt...

Meine Meinung

1022 Seiten. Was für ein Brett. Aber ich sollte das Buch unbedingt lesen, nicht umsonst habe ich es von einem Freund, ein begeisterter Leser, geschenkt bekommen. Und er sollte Recht behalten: das Buch ist einfach wunderbar. 1022 Seiten?? Pahh, mir kam es vor, als würde die Zeit nur so dahinfliegen.
Es fällt mir schwer, meine Meinung zu dem Buch zu formulieren ohne groß zu spoilern und wahrscheinlich denke ich mir hinterher, dass ich noch dieses und jenes vergessen habe, aber es gibt einfach zu viel, über das ich an dieser Stelle im Bezug auf das Buch schreiben könnte. Und ich möchte es kurz halten.
"Der Distelfink" ist ein besonderes Buch. Es ist sehr feinsinnig und mit viel Liebe zum Detail geschrieben und nichtsdestotrotz nie, zu keiner Sekunde, langweilig. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte und das Schicksal von Theo Decker haben mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Als ich das Buch beendet habe, war ich ein Stück weit traurig, dass es schon zu Ende ist, weil es sich so anfühlt, als würde man die Figuren sein Leben lang kennen. Nicht nur den Hauptprotagonisten Theo, den wir als Leser im Alter von dreizehn Jahren kennenlernen, auch die Nebenfiguren sind brilliant und liebenswürdig und alle sehr unterschiedlich und facettenreich.
Wir begleiten also Theo chronologisch in verschiedenen Episoden seines Lebens, bei denen sich das Setting hin und wieder ändert und auch größere Zeitsprünge von ein paar Jahren für Erstaunen und Konfusion sorgen. Aber vor allem für Aha-Erlebnisse und schockierende Momente. Ich habe nach solchen Zeitsprüngen nie kommen gesehen, was als nächstes passiert und war immer überrascht, wie viel ich anscheinend verpasst habe, obwohl ich doch die gesamte Zeit so nah am Geschehen war.
Neben diesen besonderen Momenten hat das Buch auch allerhand andere Gefühle in mir ausgelöst. Momente, in denen ich total schockiert war, haben sich dennoch mit Hoffnung vermischt und Momente, in denen ich laut los lachen musste, haben mich trotzdem mit einer bösen Vorahnung zurückgelassen und einem ganz, ganz schlechten Gefühl, was als nächstes passieren wird.
Donna Tartt zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell eine Negativspirale entstehen kann und vor allem, dass es jeden treffen kann. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen düster, aber wären Theo und seine Mutter an Tag X anstatt ins Museum zum Frühstück gegangen, dann würde die Geschichte in diesem Buch eine völlig andere sein. Kein Abstieg. Kein Alkohol. Keine Drogen. Keine Kriminalität. Kein verkorkstes Leben. Schicksal oder Shit happens.
Und in diese ohnehin schon gelungene "Coming of Age"-Geschichte über einen Jungen, der Tiefschlag um Tiefschlag kassiert und für den es dennoch ein gutes Ende zu geben scheint, fügt Donna Tartt eine Art Gangsterkrimi, in der die Vergangenheit Theo in den Hintern zu beißen droht. 

Fazit

1022 packende Seiten und trotzdem könnte es noch locker eine Fortsetzung geben!! Ich freue mich jetzt schon auf die Verfilmung des Buches, Warner Bros. hat bereits die Rechte gekauft.
Jeder, der sich in einem Buch verlieren und Stunde um Stunde lesen möchte, greift hier zu. Kunstliebhaber erst recht.


Mittwoch, 16. Dezember 2015

Granola

In Thailand kennen und in London lieben gelernt: Granola
Für mich, als Brothasser, das perfekte Frühstück: schmeckt gut, ist gesund und macht dazu auch noch unfassbar satt.


Was ihr braucht:

  • 3 Tassen Getreideflocken (Haferflocken)
  • 1 Tasse Nüsse (Hasel-, Wal-, Pekanüsse, Mandeln)
  • 1 Tasse Kerne (Kürbis-, Sonnenblumen-, Pinienkerne)
  • 1 Tasse Süßes (Agavendicksaft, Honig, Ahornsirup)
  • 1/4 Tasse Olivenöl
  • 3/4 TL Salz
  • 1 TL Gewürze (Vanille, Zimt)
  • Getrocknete Früchte (Cranberries, Aprikosen, Feigen)

Zubereitung:

  • Ofen auf 190°C vorheizen
  • Getreide mit Nüssen, Kernen, Salz und Gewürzen in einer Schüssel vermengen
  • Süße und Öl hinzugeben und so lange mischen, bis keine unbedeckten Klumpen mehr übrig sind
  • Backpapier auf Backblech ausbreiten und Masse gleichmäßig verteilen
  • So lange in den Backofen, bis der gewünschte Knuspergrad erreicht ist (zwischen 20-40 Minuten), also Granola beobachten
  • Aus dem Ofen nehmen und mit Früchten bedecken
  • Abkühlen lassen
  • Zerkleinern und in ein Aufbewahrungslas füllen
  • Genießen

Mir gefällt besonders gut, dass sich jeder sein Granola ganz individuell zusammenstellen kann. Wer keine Walnüsse mag, lässt sie halt raus. Wer keine Sonnenblumenkerne mag - tschüss Sonnenblumenkerne!! Alles ist erlaubt.


Das Rezept habe ich auf der großartigen Seite Eatsmarter gefunden.

Sonntag, 13. Dezember 2015

 Love the Coopers

USA - 2015 - Jessie Nelson - Diane Keaton - John Goodman - Ed Helms - Amanda Seyfried - Alan Arkin - Marisa Tomei - Olivia Wilde - Jake Lacy - Anthony Mackie


Passend zur Jahreszeit präsentiert uns Hollywood endlich mal einen neuen Weihnachtsfilm. Und der Cast kann sich sehen lassen: Diane Keaton, John Goodman und Ed Helms, klingt nicht so schlecht.

Samstag, 12. Dezember 2015

 Spectre


USA - 2015 - Sam Mendes - Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Ralph Fiennes, Monica Bellucci, Ben Whishaw, Naomie Harris, Dave Bautista


Endlich ein neuer Bond!! Ich war ja grundsätzlich nie der größte Bond-Fan, was ich bekanntlich ja immer darauf schiebe, dass ich mit Pierce Brosnan aufgewachsen bin. Da fand ich Agenten wie Jason Bourne immer cooler. Moderner. Das alles hat sich aber geändert, als Daniel Craig übernahm und einen ganz neuen Bond geschaffen hat. Zeitgemäßer, aber trotzdem noch stilvoll. Ich konnte es also kaum erwarten, dass nach "Skyfall" endlich der nächste Teil erscheint.
Die Eröffnungssequenz ist großartig!!

Freitag, 11. Dezember 2015



Nicht sonderlich gesund, aber ist ja Weihnachtszeit: 

#diebestenChocoCrossies


Die ChocoCrossies sind schnell gemacht und wirklich idiotensicher, je nach Größe gelingen mit den folgenden Angaben zwischen 60 und 80 Stück.


Was ihr braucht:

  • 600 g Schokolade
  • 150 g gehackte Mandeln
  • 150 g Cornflakes
  • für die ganz Süßen: 1 EL Zucker + 1 Päckchen Vanillezucker

Zubereitung:

  • Vermengt die Cornflakes und die Mandeln in einer großen Schüssel
  • Schokolade im Wasserbad schmelzen
  • (Zucker mit schmelzen und verrühren)
  • Geschmolzene Schokolade über die Cornflakes-Mandel-Mischung
  • Schnell verrühren, keine Mandeln / Cornflakes dürfen sichtbar sein
  •  Mit 2 Löffeln die Choco-Crossies formen und auf einer Fläche, ich nutze Backpapier, auslegen
  • Trocknen lassen (2-4 Stunden)
  • Gut einteilen, weil sonst alle in kurzer Zeit verschlungen sind!!





Mittwoch, 9. Dezember 2015

Alice Melvin - Emma kauft ein

"Emma will heute Einkäufe machen, auf ihrer Liste stehen zehn Sachen."

Verlag: Kunstmann - 34 Seiten - ISBN: 3956140346 - Veröffentlichung: 1. April 2005 - Originaltitel: The High Street

Klappentext

Emma will heute Einkäufe machen, auf ihrer Liste stehen zehn Sachen.
Sie braucht:
Rosen, die gelb blüh'n, 
einen Schlauch am liebsten grün,
dunkle Trauben, saftig-süße,
ein paar Rollschuh' für die Füße,
einen weißen Kakadu,
ein schnarrendes Metallkazoo,
einen Teppich, alt genug,
einen rot gestreiften Krug,
eine Tarte mit Obst belegt, 
einen Lolli, der schön klebt.

Ein Wimmelbuch mit Klappen -
zum Aufmachen und Staunen!

Meine Meinung

Was für ein entzückendes Kinderbuch! Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass jedes Kind "Emma kauft ein" lieben wird!
Auf Emma's Einkaufsliste stehen zehn Dinge, die sie kaufen möchte. Auf jeder der wunderschön und bis ins Detail gestalteten Seiten findet der kleine Leser ein Geschäft im Wimmel-Style, in dem es viel zu entdecken gibt. Und in jedem Geschäft findet Emma auch einen Punkt ihrer Einkaufsliste. Naja, in fast jedem. 
Die Geschäfte sind zum Aufklappen und das liebt ja wirklich jedes Kind :-)
Nach jedem Geschäft wird noch einmal wiederholt, was Emma noch braucht und das Ende der Geschichte ist sehr rührend. Pädagogisch sehr wertvoll!
Zudem macht das Buch auch dem erwachsenem Vorleser Spaß - auch ein wichtiger Aspekt, wenn man zum 100. Mal vorliest. Und ich weiß jetzt auch endlich, was ein Kazoo ist.

Fazit

Eins meiner liebsten Kinderbücher!


Verfasst von Happydays_of_Milena

Besten Dank an Kunstmann - so ein toller Verlag, jedes Buch ist ein Kunstwerk :-)

Montag, 7. Dezember 2015

Harro Albrecht - Schmerz: Eine Befreiungsgeschichte



Verlag: Pattloch - 608 Seiten - ISBN: 3629130389 - Veröffentlichung: 2. März 2015

Klappentext

Schmerz ist die Grenzfläche, an der Psyche und Körper aufeinandertreffen. Er ist Wundschmerz und Trennungsschmerz, ist körperliche und seelische Verletzung. Er ist die Grundlage vieler Religionen und Motor der Kultur. Ohne Schmerz keine Kunst, keine Sprache und kein Denken. Doch bis heute ist der Schmerz ein unreligiöses Rätsel, immer noch leiden die Menschen millionenfach unter Schmerzen. Harro Albrecht erzählt vom langen Kampf gegen diese menschliche Ur-Erfahrung, von Fortschritten, Fehlschlägen und ungelösten Fragen. Sein Resümee: Es ist an der Zeit, dass wir den Schmerz aus der Umklammerung der Medizin befreien.

Meine Meinung

"Schmerz: Eine Befreiungsgeschichte" ist weniger ein Buch, als vielmehr ein umfassendes Werk mit 12 Akten. Der Titel ist Programm. Harro Albrecht beschreibt auf gut 600 Seiten, beinahe biografisch genau, die unterschiedlichen Facetten der menschlichen Urempfindung "Schmerz".

Sonntag, 29. November 2015

Kevin McAleer - Surferboy

"Der kleine Laden roch nach Surfwachs mit Fruchtaroma, fabrikneuem Gummi und Neopren."

Verlag: mare - 252 Seiten - ISBN: 3866482227 - Veröffentlichung: 10. Februar 2015 - Originaltitel: Surferboy

Klappentext

Steve will Surfer werden - einer jener Halbgötter, die scheinbar auf dem Wasser wandeln und die Wellen bezwingen. Für eine Talratte aus dem San Fernando Valley mit Angst vor dem weiten Meer kein leichtes Unterfangen. Bei seinen Auseinandersetzungen mit rabiaten Locals, geschäftstüchtigen Surfbrett-Designern, liebeshungrigen Sufrgroupies und bekifften Großwellenjägern lernt Steve die komischen ebenso wie die dunklen Seiten des kalifornischen Surftraums kennen...

Meine Meinung

Mit der ersten Szene im kleinen Surfladen hatte mich das Buch schon. Steve und sein Kumpel wollen sich Boards kaufen und haben eigentlich von nichts eine Ahnung, außer, dass sie nicht wie Anfänger, die von nichts eine Ahnung haben, aussehen möchten. Und so nimmt das Elend im Store seinen Lauf.

Montag, 23. November 2015

David Whitehouse - Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

"Lippen."


Verlag: Tropen - 315 Seiten - ISBN: 3608501487 - Veröffentlichung: 
21. Februar 2015 - Originaltitel: Mobile Library

Klappentext

Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepack haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.

Meine Meinung

Bäähhh, klingt der letzte Satz des Klappentextes kitschig :-)

Samstag, 14. November 2015

Brandon Stanton - Humans of New York


Verlag: Riva - 428 Seiten - ISBN: 3868837752 - Veröffentlichung: 13. Oktober 2015

Klappentext

Der Fotograf Brandon Stanton zeigt uns das wahre Gesicht von New York City: Er fotografiert und interviewt Menschen auf der Straße, vom Geschäftsmann bis zur Schülerin, vom Obdachlosen bis zur Opernsängerin. Und alle erzählen ihm ihre Geschichte, authentisch und ehrlich. Wie etwa der Schüler Vidal aus dem Problemviertel, dessen großes Vorbild seine Schulrektorin ist, weil sie jedem einzelnen Schüler das Gefühl gibt, wichtig zu sein. Diese Geschichte ging um die Welt und löste eine Crowdfunding-Aktion aus, bei der über eine Million Dollar für die Schule gespendet wurde. Ein missverstandener junger Künstler, der an seiner Schüchternheit zu scheitern drohte, erhielt plötzlich den Zuspruch Hunderttausender Menschen und durfte in Galerien ausstellen. Eine Einwanderin erzählte dem Fotografen, dass sie 36-Stunden-Schichten arbeitet und kaum schläft, damit ihre Kinder es einmal besser haben als sie. Und ein junger Vater beschrieb, wie seine Frau kurz nach der Geburt ihres Kindes überraschend im Krankenhaus starb und er es jetzt alleine schaffen muss.

Meine Meinung

Wer schon einmal in New York war, der weiß, dass diese absurd riesige Stadt voll ist mit Menschen aus aller Herren Ländern. Voll mit netten, meist eher nicht so netten, und vor allem verrückten Menschen. Und somit auch gleichzeitig voll mit vielen schier unglaublichen Geschichten. Eigentlich ganz alltäglich, aber dennoch kaum zu glauben.

Samstag, 7. November 2015

Steve Hamilton - Der Mann aus dem Safe

"Sie erinnern sich vielleicht an mich."

Verlag: Droemer - 460 Seiten - ISBN: 3426226219 - Veröffentlichung: 2. November 2012 - Originaltitel: The Lock Artist

Klappentext

Ich möchte hier auf den Klappentext verzichten, weil der erste Satz direkt etwas Essentielles verrät, ein großes Fragezeichen aufdeckt, was an sich erst nach über 300 Seiten beantwortet wird. Wer dennoch den Klappentext lesen möchte, kann das gerne hier machen. Ich habe es nicht gemacht und mich auf die Empfehlung von crimenoir verlassen.
Passenderweise möchte ich mich auf das Zitat auf der Rückseite aus der New York Times beschränken:

"So gut, dass einem die Worte fehlen."

Meine Meinung

Wer schon einmal einen Film gesehen hat, in dem es um kriminelle Banden geht oder Bankräuber oder so etwas, z.B. die Oceans Reihe, der weiß, dass es immer einen Typen in jeder Bande gibt, der weiß, wie man mit viel Feingefühl in den Fingern und Einfühlvermögen einen Tresor öffnen kann. Ohne viel Dynamit und ohne, dass der Tresor einen Schaden nimmt. Der "Schrankmann" regelt das ohne Krach und Rauch.

Dienstag, 3. November 2015

Scott Jurek  - Eat & Run

"Mir brannte das Hirn."

Verlag: Südwest - 309 Seiten - ISBN: 3517089702 - Veröffentlichung: 24. März 2014 - Originaltitel: Eat & Run

Klappentext

Seit fast zwei Jahrzehnten ist Scott Jurek treibende Kraft und Liebling der Ultramarathon-Szene. 1999, noch unbekannt, setzte er sich an die Spitze des "Western State Endurance Run", eines 160-Kilometer-Laufs durch die Sierra Nevada. Er gewann das Rennen sieben Jahre in Folge und stellte einen neuen Streckenrekord auf. Außerdem gewann er zweimal den "Badwater Ultramarathon", eine 137-Kilometer-Tortur durch das Death Valley. Zuletzt erlief er bei einem 24-Stunden-Rennen den amerikanischen Rekord von 165,7 Meilen, das entspricht sechseinhalb Marathons an einem Tag!

Meine Meinung

Bevor ich begonnen habe das Buch zu lesen, habe ich mir vorgenommen, endlich einen Punkt auf meiner persönlichen Bucketlist abzuhaken, nämlich das Laufen eines Halbmarathons. Das Buch sollte mir als Begleiter während der Vorbereitung dienen. Leider kam es anders und der Punkt wird erst im nächsten Jahr abgehakt. Das Buch habe ich aber natürlich trotzdem gelesen und es ist unglaublich.

Montag, 2. November 2015

Halloween


Unter dem Motto "Hellcome Home" habe ich an Halloween eine Überraschungsparty für meine Freundin geschmissen. Sie hat zwei Monate in London studiert und ist pünktlich zu Halloween zurückgekehrt.

Sonntag, 25. Oktober 2015

Carlos Ruiz Zafón - Marina

"Marina sagte einmal zu mir, wir erinnerten uns nur an das, was nie geschehen sei."

Verlag: Fischer - 350 Seiten - ISBN: 3596186242 - Veröffentlichung: 12. November 2012 - Originaltitel: Marina

Klappentext

Als Óscar Drai das Mädchen Marina trifft, ahnt er nicht, dass sie sein Leben für immer verändern wird. Mit ihrem Vater lebt sie in einer alten Villa wie in einer vergangenen Zeit. Marina bringt Óscar auf die Spur einer mysteriösen Dame in Schwarz. 

Meine Meinung

Bei dem Namen "Carlos Ruiz Zafón" wird den meisten wohl als erstes der Titel "Der Schatten des Windes" einfallen. Oder eine Verbindung zu Barcelona. So ging es mir auch.

Donnerstag, 22. Oktober 2015


Heute kein Buch, sondern gleich eine ganze Sammlung:

Der Verlag Eder & Bach hat gestern ein schönes neues Projekt gestartet:
"Die Zeit Bibliothek der verschwundenen Bücher"

Die Sammlung besteht zunächst aus 12 Büchern, die, wie könnte es anders sein, auf dem deutschsprachigen Markt bisher vergriffen waren.

Mir liegen ein paar Exemplare vor und ich bin sehr begeistert von der Gestaltung der Bücher. Schön schlicht, wie man sich sie gerne ins Regal stellt.




Weitere Informationen erhaltet ihr hier


Die Sammlung besteht aus folgenden Werken:

"In einem Monat, in einem Jahr"
"Wilde Palmen"
"Die allertraurigste Geschichte"
"Auf der Suche nach Indien"
"Die Stimmen des Abends"
"Der Schnupfen"
"Die Gleichgültigen"
"Giovannis Zimmer"
"Sie und Er"
"Der Gebrauch der Menschen"
"Die Farbe Lila"
"Die Helden der Nation"

Mittwoch, 21. Oktober 2015

 Black Mass

USA - 2015 - Scott Cooper - Johnny Depp, Joel Edgerton, Benedict Cumberbatch, Kevin Bacon, David Harbour, Peter Sarsgaard, Dakota Johnson, Corey Stoll


Früher habe ich mir hin und wieder auf der Website des FBI die Most Wanted angesehen. Also die Liste, der meisgesuchten Menschen. Zumindest vom FBI meisgesuchten Menschen. Einfach aus Interesse und Neugier, wer sich auf dieser Liste so tummelt und um zu gucken, wieviel die Leute wohl "wert" sind.
Dabei bin ich auch auf den Namen "Whitey" Bulger und seine Winterhill Gang gestoßen. Ich weiß nicht mehr, wie hoch die Belohnung für Tipps war, die zu seiner Ergreifung führen, aber gering war sie definitiv nicht. 
Nun erscheint mit "Black Mass" eine Art Gangster-Drama-Biographie über ihn. Gespielt wird er von Johnny Depp, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er a) es schafft einen Gangster zu spielen und b) ich mich nicht langsam an ihm satt gesehen habe, nachdem er in der Vergangenheit nur noch abgedrehte Rollen gespielt hat ("Mortdecai"..) Klar, Edward mit den Scherenhänden, Willy Wonka und Jack Sparrow (zumindest im ersten Teil) waren grandios, aber das ist schon eine Weile her. Meine Skepsis war an dieser Stelle umsonst, denn er spielt Bulger brilliant. Aber Bulger war auch äußerst speziell und ein Psychopath. Die blauen Kontaktlinsen und die schlechten Zähne tragen sicherlich unterschwellig zu einer tollen Darbietung bei.
Der weitere Cast ist auch nicht mit unbekannten Leuten gespickt, Benedict Cumberbatch und Kevin Bacon sind sicher die herausragendsten Namen auf der Liste. 
Das Genre der Gangsterfilme ist eins meiner Favoriten und dass der Film, wie im wahren Leben eben auch, in Boston spielt ist ein klares Plus für mich, da Boston eine meiner absoluten Lieblingsstädte ist.
Das klingt soweit eigentlich alles ganz gut, wäre da nicht die Handlung bzw. der Film an sich. Der Film hat mich arg enttäuscht. Es passiert einfach nichts. Es gibt zu viele Längen. "Black Mass" zeigt, was für ein grausamer Psychopath Bulger war / ist, aber dafür reicht eigentlich ein Blick in seine Akte. Dass er auch ganz anders sein konnte, besonders im Bezug auf seine Familie und auf seinen Sohn, das kommt viel zu kurz. Vielleicht war es auch nicht und es gibt deshalb so wenige Szenen in diesem Umfeld. Darüber kann man nur spekulieren. Aber dass er irgendwann, nach einigen Situationen, in seinem Leben so gebrochen ist und ihm alles noch egaler war als vorher, das klingt mir zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Und dafür braucht man auch keinen zweistündigen Film, sondern eine einstündige Dokumentation.

Ich würde den Film nicht erneut gucken. Dann schaut euch lieber Denzel Washington als Frank Lucas in "American Gangster" an.
2 Klappen gibts für Johnny und Boston.



Freitag, 16. Oktober 2015

Declan Burke - Absolute Zero Cool

"Der Mann am Fuß meines Bettes ist zu gut angezogen, um etwas anderes zu sein als ein Anwalt oder ein Zuhälter."

Verlag: Nautilus - 316 Seiten - ISBN: 3894017937 - Veröffentlichung: 27. August 2014 - Originaltitel: Absolute Zero Cool

Klappentext

Ein Mörder entsteigt einem unvollendeten Manuskript und setzt den Autor unter Druck: Karlsson, als Euthanasie betreibende Krankenhaus-Aushilfe entworfen, reicht es. Er verlangt, dass das Manuskript zu Ende geschrieben und seine Rolle darin verändert wird. Der Autor geht im Scherz darauf ein, ohne zu ahnen, dass sein Protagonist nicht nur ein Krankenhaus in die Luft jagen, sondern auch die reale Existenz des Autors gefährden wird.

Meine Meinung

Ich habe letztes Jahr schon auf einigen Blogs Meinungen zu dem Buch gelesen. Und das Interessante hierbei war, dass die Hälfte der Blogger das Buch hassen und die andere Hälfte es für einen Geniestreich hält.

Donnerstag, 15. Oktober 2015



Heute kein Buch, sondern mein Interview beim Bürgerfunk. Gesendet wurde über Radio Köln, unfassbar. Meine Güte, war ich aufgeregt. Und meine Stimme habe ich auch gehasst - wie wahrscheinlich jeder, wenn er sich über Lautsprecher hört. Außer vielleicht Gregory Porter.
Jedenfalls wurde im August im Biergarten aufgenommen.



Donnerstag, 8. Oktober 2015

Julia Jessen - Alles wird hell


"Ich bin schon fast am Gartenzaun."


Verlag: Kunstmann - 283 Seiten - ISBN: 3956140249 - Veröffentlichung: Februar 2015

Klappentext

"Weiß der Himmel, was wir hier suchen",
hat er letztes Mal gesagt. 
Ich habe gesagt: 
"Du Abstand, ich Nähe."
Mehr sagen wir dann auch eigentlich nicht. 

Meine Meinung

Eigentlich ist Oda's Geschichte kein Roman. Sie ist vielmehr ein Kunstwerk. Alles. Die Sprache. Die Art, ihre Geschichte zu erzählen.
Aus diesem Grund wird das Buch wahrscheinlich Menschen, die eine einfache Lektüre suchen, nicht so sehr ansprechen. 

Montag, 5. Oktober 2015

 The Martian


USA - 2015 - Ridley Scott - Matt Damon, Jessica Chastain, Chiwetel Ejiofor,  Michael Pena, Jeff Daniels, Sean Bean, Kate Mara



Pop. Corn. Kino. "Der Marsianer" bringt alles mit, was man für einen Blockbuster braucht, außer vielleicht viel Promo. Aber ansonsten ist alles dabei: mit Ridley Scott ein überaus weltraumerprobter Regiesseur, ein Cast, bei dem jeder Akteur bekannt sein dürfte, Effekte, Kitsch und eine Story, der man folgen kann, ohne sich an seinem Popcorn zu verschlucken (Hallo "Interstellar"). Läuft. Eine Frage hat der Cast allerdings bei mir offen gelassen, nämlich, warum ein Norweger einen Deutschen spielt..?? 
Das Konzept des Films geht dennoch auf. Der Film macht Spaß und sorgt zwei Stunden für gute Unterhaltung. Popcornkino eben. Die Unterhaltung ist besonders deshalb gelungen, wenn man sich vor Augen führt, in welcher lebensfeindlichen Umgebung der Marsianer sich befindet. Jede Nacht ist wie ein Weltuntergang auf der Erde. Dazu die völlige (!!) Abgeschiedenheit. 

"Everywhere I go, I am the first."

Da müsste man eigentlich durchdrehen. Zumindest wenn man nicht aus Hollywood kommt. Aber Matt Damon bzw. Mark Watney dreht nicht so schnell durch. Ganz im Gegenteil. Und wenn ihn etwas in den Wahnsinn treibt, dann höchstens die einzige musikalische Ablenkung, die die Crew mit an Bord genommen hat und hier den Soundtrack gibt.
Matt Damon gibt als gestrandeter Spacepirate (Hallo "Interstellar") einige Sprüche zum besten, bei denen ich mich fast an meinem Popcorn verschluckt oder es vor Lachen ausgespuckt hätte. Sehr lässig. Sehr trocken. In Anbetracht seiner prekären Lage ist der Begriff "Galgenhumor" nicht weit. 
Den Rest des Films machen eine natürliche Spannung und Sorge um den zurückgelassenen Astronauten aus, sowie die Bemühungen, ihn irgendwie zurück auf die Erde zu holen. Ganz wichtig hierbei: Die Chinesen werden nicht als kommunistische Ganoven skizziert, sondern sie kommen den USA erstaunlich nahe. Damit wäre der cineastische Familienabend perfekt. 



Tipp: Achtet auf die Ohropax :-)
Übrigens: "Der Marsianer" ist eine Buchverfilmung von Andy Weir.


Welche sind eure Lieblingsfilme im Weltraum??

Samstag, 3. Oktober 2015

Nickolas Butler - Shotgun Lovesongs

"Wir alle luden ihn zu unseren Hochzeiten ein."


Verlag: Heyne - 421 Seiten - ISBN: 3453437829 - Veröffentlichung: 9. März 2015 - Originaltitel: Shotgun Lovesong

Klappentext

Little Wing im Norden Wisconsins. Henry und Beth waren schon in der Schule ein Paar und haben ihren Heimatort nie verlassen. Sie kämpfen um ihre Farm und unterstützen ihren Freund Ronny, der nach einem schweren Unfall vom Rodeostar zum Alkholiker wurde. Kip war als Rohstoffmakler in Chicago erfolgreich. Nach seiner Hochzeit will er in seiner alten Heimat neu beginnen, findet dort aber nur schwer Halt. Lee hat ein Album aufgenommen - Shotgun Lovesongs - und wurde damit zu einem internationalen Star. Auch ihn zieht es zurück nach Little Wing zu seinem besten Freund Henry und seiner Frau Beth, mit der ihn mehr als eine Freundschaft verbindet. In einem unvorsichtigem Moment setzt er alles aufs Spiel.

Meine Meinung

Als ich das erste Mal im Radio von "Shotgun Lovesongs" gehört habe, wollte ich das Buch eigentlich gar nicht lesen. Das war 2014 und der Inhalt hat mich gar nicht interessiert. Vor kurzem bin ich aber irgendwie wieder auf das Buch aufmerksam geworden und habe mich entschieden, es nun doch zu lesen. Die Story klingt ja auch ganz cool: 5 Jugendfreunde aus einem kleinen Dorf irgendwo im Nirgendwo in den USA gehen durch Dick und Dünn und irgendwann trennen sich die gemeinsamen Wege.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

 Sicario


USA - 2015 - Denis Villeneuve - Emily Blunt, Josh Brolin, Benicio Del Toro, Jon Bernthal



Nach dem ich ja schon diverse Bücher, krasse und realistische Bücher, über den Drogenkrieg in Mexiko und auch über die Folgen in der Bevölkerung gelesen habe, ist es nochmal etwas ganz anderes, solche Gräueltaten auf der Leinwand zu sehen, als das eigene Vorstellungsvermögen zu nutzen.
Eine Stärke des Films ist dieser nüchterne Realismus, den ich bislang, zumindest fällt mir spontan kein anderer Film ein, in keinem anderen Film zu dem Thema gesehen habe. Das ist zweifellos eine Stärke des Films und macht ihn besonders. Dazu gibt es einige Sequenzen, die nervenaufreibend sind und ich vor Angespanntheit das Gefühl hatte, als würde ich vergessen zu atmen. Ich hatte immer im Hinterkopf, dass in jedem Moment von irgendwo Gefahr droht.
Untermalt wird diese Spannung von einem brillianten Score von Johann Johannsson. Wie ein Tritt zwischen die Beine.



Wer nach dem Trailer denkt, "Sicario" ist ein reiner Actionfilm, der irrt. Es gibt hier und da mal Action und Schießereien, aber "Sicario" ist mehr Drama und Thriller. Wenn ihr also auf pure Action aus seid, dann wäre das die falsche Wahl.
Die Besetzung ist mit Emily Blunt, Josh Brolin und Benicio Del Toro gut besetzt. Alle drei passen.
Regiesseur Denis Villeneuve ist mir vor allem für "Prisoners" in guter Erinnerung geblieben ("Enemy" habe ich leider noch immer nicht gesehen..).
Und von der Machart erinnert vor allem die nüchterne Betrachtung auch an "Prisoners". Villeneuve erzählt, wertet aber nicht. So auch in "Sicario". Was ist Recht und was ist in Ordnung?? Heiligt der Zweck immer die Mittel?? Darüber müsst ihr euch euer eigenes Bild machen.



Bücher zum Thema:

Montag, 28. September 2015

Chris Carter - Der Totschläger

"Ein einzelner Schuss in den Hinterkopf wie bei einer Exekution."


Verlag: Ullstein - Seiten: 462 - ISBN: 3548285767 - Veröffentlichung: 16. Juni 2014 - Originaltitel: One by One - 5. Teil der "Hunter-Garcia"-Reihe

Klappentext

Detective Robert Hunter erhält einen Anruf. Spiel mit mir, sagt die anonyme Stimme. Doch Mord ist für Hunter kein Spaß - Zug um Zug wird er zum echten Spielverderber...

Meine Meinung

Also, ich muss wirklich ein großes Lob aussprechen. Ich finde es super, dass der Ullstein Verlag so kurze Klappentexte verwedendet. Das ist auf jeden Fall sinnvoller, als das ganze Buch auf der Rückseite niederzuschreiben.
Aber der Klappentext an sich... naja. Egal. 

Sonntag, 27. September 2015

CrimeCologne 2015

mit Declan Burke und Sam Millar

Nachdem ich 2014 ja schon im Rahmen der CrimeCologne das Vergnügen hatte bei einer Lesung von einem meiner absoluten Lieblingsautoren Don Winslow dabei sein zu dürfen und anschließend noch ein bisschen mit ihm zu plaudern, habe ich es mir dieses Jahr nicht nehmen lassen, zum Doppelfeature "Irischer Abend" mit Declan Burke und Sam Millar im Stadtgarten in Köln zu radeln. Ist ja quasi um die Ecke. 
Nochmal hätte ich es mir wahrscheinlich auch nicht verziehen, wieder so bemerkenswerte Gäste zu verpassen. Wir erinnern uns: Anfang des Jahres habe ich es einfach völlig verplant zur Lesung von Adrian McKinty im Rahmen der lit.Cologne zu gehen. My bad.

Den Anfang des "irischen Abends" machte Declan Burke, dessen Buch "Absolute Zero Cool, letztes Jahr in Deutschland erschien. Es handelt sich hierbei um sein viertes Buch, aber es ist das erste, was ins Deutsche übersetzt wurde. 2016 folgt sein Buch "The big O". 
Das Buch wurde von der Presse gefeiert, ich habe es bisher leider nicht gelesen. Noch nicht gelesen. Denn was ich hier zu hören bekam, hat mich sehr von dem Werk überzeugt. Die Kritiken, die ich bisher gelesen habe, haben mir zumindest nicht zu viel versprochen. Burke hat dazu noch einige interessante Facts geliefert, die ihr später in meiner Rezension nachlesen könnt ;-)
Darüber hinaus ist Declan Burke ein äußerst sympathischer und authentischer Typ. Zu Beginn der Lesung war er offensichtlich ziemlich angespannt und nervös, er spielte die ganze Zeit mit seinen Händen. Aber diese anfängliche Nervösität legte sich sehr schnell und so plauderte er auch offen über seine literarischen Anfänge und darüber, wie er überhaupt zum Schreiben kam.
Der Film "The Big Sleep" aus dem Jahr 1946 hat ihn umgehauen, aber das Buch von Raymond Chandler, 1939, hat ihm ein Gefühl gegeben, "nach Hause zu kommen" und gefunden zu haben, was er in Zukunft machen möchte. Zum Glück handelte es sich hierbei nicht um eine romantische Komödie, denn besonders die Sprache Chandlers hatte es ihm angetan und er wollte einfach genau das machen, was Chandler getan hat - und seien es Liebesschnulzen oder Bücher über Vampire.
Auch in unserem Gespräch nach der Lesung hat sich dieser sympathische Eindruck bestätigt und er war total locker und freundlich. 
Perfekt deutsch vorgetragen wurden Ausschnitte aus dem Buch von Robert Brack. Besser hätte ich es mir nicht vorstellen können. Und dann auch noch von so einem renommierten Autor.

Sam Millar, Jahrgang 1955, klein und hängende Mundwinkel, ist jemand, dem ich nicht im Dunkeln begegnen wollen würde. Vielleicht im Laufe der Nacht in einem dunklen Pub, aber jedenfalls nicht in einer dunklen Gasse.
Er strahlt etwas aus, das ich kaum in Worte fassen kann. Eine natürliche Härte und Griesgrämigkeit. Aber wer will ihm das bei seinem Leben, über das er in seiner bereits 2010 erschienen Biografie "On the Brinks" berichtet, auch verdenken. Aber er bereut nichts. Seine drei Jahre im nordirischen Gefängnis als Teenager betrachtet er rückblickend als eine Art Segen, denn dort begann er zu lesen und zu schreiben. Und auch dank einer Erscheinung von Hunter S. Thompson inmitten einer Tränengaswolke. Der harte belfaster Akzent, es war zunächst wirklich schwer sein Genuschel zu verstehen, passt perfekt ins Bild.
Aber wenn man dann genauer hinsieht und hinhört, dann findet man feinen, ironischen und schwarzen Humor in fast jeder seiner Sätze und wenn Sam Millar schmunzelt oder gar grinst, dann verschwindet auch die einschüchternde Aura.
Das packende Werk wurde sehr eindrucksvoll von Josef Tratnik vorgetragen. 



Alles in allem ein mehr als gelungener "irischer Abend", nächstes Jahr gerne wieder.