Mittwoch, 28. September 2016

Güntther Fischer und Manfred Prescher - Nur noch kurz die Welt retten


Verlag: Theiss - 222 Seiten - ISBN: 3806230285 - Veröffentlichung: 11. März 2015

Klappentext

Warum muss gerade Tim Bendzko die Welt retten? Wie kommt Frank Sinatra zur weltberühmten Zeile "I did it my way?" Günther Fischer und Manfred Prescher schreiben über Songzeilen, die Zeiten und Moden überdauerten, die im kollektiven Bewusstsein blieben oder zu geflügelten Worten wurden. Diese Reise durch die Geschichte der populären Musik und ihrer Genres zeigt unterhaltsam auf, was Künstler wie Eric Clapton, Coldplay, Falco, Billie Holiday, Radiohead und viele andere beim Schreiben bewegte.

Meine Meinung

Wer hat nicht schon mal ein Lied gehört und gedacht "klingt super, aber was meint der Typ überhaupt mit dem, was er da singt?"
All denen ist mit diesem Buch geholfen, vorausgesetzt, dass der Song auch in diesem Buch besprochen wird. Besprochen ist genau das richtige Wort, denn die Lieder werden nicht analytisch auseinandergepflückt, sondern mit Hintergrundinformationen und Anekdoten vorgestellt. Was hat den Künstler zu der Zeit bewegt?? In was für einem gesellschaftlichen oder politischen Umfeld ist das Lied entstanden?? 
Das ist natürlich nicht bei jedem Lied bahnbrechend und auch nicht bei jedem Lied neu (ich denke, mittlerweile weiß jeder, wie "Smells like teen spirit" zu seinem Titel kam), aber häufig wirklich interessant, besonders was politische Hintergründe und Proteste in der Menschenrechtsbewegung angeht. Was mich auch tatsächlich überrascht hat, ist, wer mit wem, besonders in den 60ern und 70ern, zusammengearbeitet hat. Da hat hier jemand für einen anderen produziert oder Instrumente eingespielt, dann gab es als Gegenleistung die eigene Ehefrau oder Rechte an Liedern. Unglaublich. Sharing is caring. Früher wussten sie halt wie es läuft.
Außerdem hat es mir eine besondere Freude bereitet, mir die Lieder, Internet sei Dank, sofort anzuhören, die ich noch nicht kannte und zu denen ich just in dem Moment den Beitrag lese. Also Lieder, von denen ich wahrscheinlich ansonsten nie gehört hätte. Genauso verhält es sich mit den Coverversionen, die bei häufig gecoverten Songs angefügt sind. Gute Arbeit.

Leider habe ich nicht gewusst, dass dies bereits die zweite Arbeit der beiden Autoren ist, "Alles klar auf der Andrea Doria" erschien bereits 2013.

Fazit

Schönes Nachschlagewerk für Musikinteressierte. 



Besten Dank an Theiss

Im Buch wird immer wieder auf die 500 besten Songs aller Zeiten aus dem Rolling Stones Magazine verwiesen. Hier findet ihr die aktuelle Liste (Stand: September 2016)

Meine "Nur noch kurz die Welt retten" - Playlist auf Youtube:

Samstag, 24. September 2016

Crime Cologne 2016

Letztes Jahr Declan Burke und Sam Millar, 2015 Don Winslow, dieses Jahr Chris Carter. Hätte ich doch nicht Adrian McKinty verpasst, das wird mir ewig hinterherlaufen.
Es war wieder soweit: Köln wird zur Krimihauptstadt und hat auch in diesem Jahr wieder unzählige Berühmtheiten der Spannungsliteratur eingeladen.
Auf meiner Liste ganz oben stand natürlich Chris Carter, der mich mit seinen Romanen um die Detectives Robert Hunter und Garcia schon einigen Schlaf gekostet hat. Nicht, weil ich so ein Nervenwrack war und nicht einschlafen konnte, sondern, weil ich nicht aufhören konnte zu lesen.


Moderation: Margarete von Schwarzkopf
Deutsche Stimme: Wanja Mues

Bevor Chris Carter, Margarete von Schwarzkopf und der Schauspieler Wanja Mues die Bühne betraten, erklärte der, nennen wir ihn "Ansager", dass sich uns Lesern bzw. Zuhörern bei Chris Carter der Hals zusammenschnüren würde. "Es wird heftig." Spätestens hier wussten schon alle Anwesenden, worauf sie sich eingelassen hatten. Wenn sie das denn nicht sowieso schon wussten.

Also betrat Chris Carter die Bühne: langes Haar, Piercing im Gesicht, tätowierte Arme, T-Shirt, Jeans und Lederstiefel. Zunächst erstaunlich schüchtern und zurückhaltend mit etlichen "Thank you" für das zahlreiche Erscheinen wurde er relativ schnell im Verlaufe des Abends sehr viel offener und vor allem sehr, sehr unterhaltsam.

So erzählte er zunächst darüber, wie man sich sein Handwerk und seine Art ein Buch zu schreiben vorstellen könnte. Bei ihm braucht es vor allem eine grobe Idee des Plots. Das können zwei Sätze sein oder auch eine komplexe Handlung. Bei Kollege Ian Ranking dreht sich laut Carters Aussage erstmal alles um den Titel des Buchs, bevor es überhaupt los geht. Chris Carters Rat an alle aufstrebenden Autoren: schreibt, wie ihr wollt. Nackt, im Bad, in der Wanne, am Schreibtisch, draußen, im Café, egal. Hauptsache ihr fühlt euch wohl. Ein Beispiel, wie er auf einen Plot kam nannte er dann auch direkt: eines Tages am Strand mit seiner Freundin, kam ihm die Idee, dass ein Serienmörder bei seinen weiblichen Opfern etwas einführen könnte. Der Vollstrecker war geboren, seine Beziehung begraben.

Die Arbeit an einem Buch dauert ca. 10 Monate, während denen Carter immer und immer wieder Passagen ändert, sich die Dialoge, wie ein Mensch mit einer multiplen Persönlichkeit, selber laut vorspricht und manchmal, wie im Fall von "I am Death", nach 5 Monaten einfach das ganze Skript in den Müll wirft, weil es ihm nicht gefällt - 4 Monate vor Abgabeschluss. 
Das ist auch der Grund, warum der nächste Roman erst 2017 erscheint. 

Natürlich kam dann im Laufe des Abends auch die Frage, inwiefern seine Vergangenheit als forensischer Psychologe sich in seinem Büchern wiederfindet.
Seine Morde bzw. Mörder finden ihren Ursprung in seinen Erfahrungen. Zumindest teilweise. Allerdings sei die Realität sehr viel grausamer, als das, was er sich ausdenkt. Zudem muss oder sollte alles, was geschrieben wird, irgendwie Sinn machen und nachvollziehbar sein. Chris Carter spricht in diesem Fall vom "satisfiying ending": ein Ende, das keine Motivation des Täters aufzeigt, ist nicht befriedigend und zerstört ein bis dato tolles Buch / Film. 
Starke Antagonisten, die nicht stupide morden, sondern eine Motivation haben, sind ein Markenzeichen der Romane um Hunter und Garcia. Es braucht starke Gegenspieler, weil Hunter (und Garcia) selbst so gut sind. Passenderweise hat Carter auf seinem rechten Bizeps den "Joker" aus "Batman" tätowiert. 

"Fiction makes sense, reality doesn't."

Carter erzählte von einem Interview mit einem Massenmörder, der nach einem Barbesuch und einem harmlosen Streit mit einem anderen Besucher, diesen nach Hause folgte und ihn, die Frau, drei Kinder und den Hund getötet hat. Warum?? Weil die auch Zuhause waren (um 2 Uhr Nachts). 
Außerdem schildert er, dass Babys in Mikrowellen gefunden wurden. Mehr wollte er uns nicht zumuten. 
Diese Erlebnisse hat er übrigens alle in den USA gemacht. In dem Land, was seine ersten 5 Bücher nicht veröffentlichen wollte, weil sie zu brutal seien. Welch Ironie.

Dennoch macht es ihm auch Spaß, sich neue Arten des Mordens auszudenken. Hierbei reibt er sich bedrohlich die Hände. 
Das Publikum gröhlt. 



Mittwoch, 21. September 2016

Chris Carter - I am Death - Der Totmacher

" "Tausend Dank, dass du so kurzfristig kommen konntest, Nicole", sagte Audrey Bennett, als sie die Tür zu ihrem weißen zweigeschossigen Haus im Upper Laurel Canyon, einer wohlhabenden Wohngegend in den Hollywood Hills von Los Angeles, öffnete."


Verlag: Ullstein - 381 Seiten - ISBN: 3548287131 - Veröffentlichung: 17. Juni 2016 - Originaltitel: I am Death - 7. Teil der "Hunter-Garcia" - Reihe

Klappentext

Vor dem Los Angeles International Airport wird eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. In ihrem Hals steckt ein Zettel mit einer Botschaft: Ich bin der Tod. Profiler Robert Hunter ist der Einzige, der den Täter finden kann. Bald fasst er einen Verdächtigen. Doch da taucht eine weitere Leiche auf. Hunter hat den Falschen. Und der Mörder hat gerade erst begonnen...

Meine Meinung

Er hat es wieder getan. Chris Carter hat wieder bewiesen, dass er der Autor mit den verrücktesten Ideen im Geschäft ist. Wären wir hier in Amerika, hätte ich jetzt einige Wörter mit vielen Sternchen verwendet, aber lassen wir das. Auch wenn bald das neue Buch von Cody McFadyen erscheint, denke ich, dass Carter diesen Titel nichtsdestotrotz weiterhin innehaben wird. 

Dienstag, 20. September 2016

Ganz schön wackelig - Andrea Schütze und Katrin Oertel


Verlag: Velber - 32 Seiten - ISBN: 384110181X - Veröffentlichung: 8. April 2014

Meine Meinung

"Ganz schön wackelig" bietet Mitmachgeschichten zum Thema "Balancieren" und Gleichgewichtssinn. Da ist richtig was los zuhause. Besser ist natürlich die Geschichten beim nächsten Spielplatzbesuch nachzumachen. Und: bitte nicht, wenn das Kind grade so laufen kann. 

Hervé Tullet - Das Mitmachbuch


Verlag: Velber - 60 Seiten - ISBN: 3841100163 - Veröffentlichung: 1. September 2010

Meine Meinung

Definitv kein Buch, wenn es wieder heißt "jetzt ist Schlafenszeit". Das Kind wird mit diesem cleveren Buch aktiv gefordert. Auf jeder Seite gibt es eine neue spannende Aufgabe, die gemeister werden will.